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Bestimmung von Asbest in Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern – Neue Richtlinie VDI 3866, Blatt 5:2017-06 widersprüchlich

Im Juni 2017 hat die Richtlinie VDI 3866, Blatt 5 ihr zweijähriges Entwurfsstadium verlassen und ist in ihrer Neufassung gültig. Sie bietet mit ausführlichen Beschreibungen von Präparations- und Untersuchungsmethoden für einzelne Stoffgruppen sinnvolle Neuerungen für die Praxis im Asbestlabor. 
In Anlehnung an das bewährte BIA (IFA) Verfahren 7487 und ISO 22262-2 beschreibt sie Präparations- und Analyseverfahren, die auch die Analyse technischer Produkte < 1 % Masseprozent Asbest mit einer geschätzten Nachweisempfindlichkeit von 0,001 % oder besser erlaubt.

Allerdings gibt es eklatante Widersprüche zwischen Anhang B („Analyse von Proben mit geringen Asbestgehalten  < 1 %“) und dem Hauptteil der Richtlinie, insbesondere im Hinblick auf die Filterbelegungsdichte bei der Suspensionsuntersuchung und der anzuwendenden Vergrößerung für die Erkennung dünner Fasern von 0,2 µm.

Erstaunlich ist zudem, dass alle in Anhang B zur VDI aufgeführten Festlegungen nicht im Entwurf von 2015 enthalten waren und auch nicht in einem überarbeiteten Entwurf innerhalb der 2 Jahre bis zur endgültigen Fassung veröffentlicht wurden, so dass Einsprüche und ein konstruktiver Dialog nicht möglich waren.

Auch weiterhin sind, trotz um den Faktor 100 niedriger Nachweisgrenze für Asbest, qualitative Befunde mit einer Abschätzung des Massengehaltes „kein Befund im Sinne der GefStoffV, um die Unter- oder Überschreitung der 0,1%-Grenze festzustellen.“. Hierfür stehen letztlich weiterhin nur das aufwändigen IFA (BIA) Verfahren 7487 und die ISO 22262-2 zur Verfügung.

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